Jahresrückblick der Einsätze 2015 - 2. Halbjahr 2015

verunfallter PKW im Wald liegend am 12. August 2015/ Bild: Julien Schambach
verunfallter PKW im Wald liegend am 12. August 2015/ Bild: Julien Schambach

Nachdem im letzten Waldboten über die Einsätze im 1. Halbjahr 2015 der Crawinkler Feuerwehr berichtet wurde, soll der Rückblick nun die zweite Jahreshälfte 2015 umfassen.

 

Das Jahr 2016 war ein „Wespenjahr“. Das merkte auch die Crawinkler Feuerwehr, die in den Sommermonaten mehrfach gerufen wurde, um solche Nester an für Menschen gefährlichen Stellen zu beseitigen. Die Wespenvölker werden in solchen Fällen nach Möglichkeit umgesiedelt.

 

Damit die Crawinkler Feuerwehr für den Ernstfall gut trainiert ist, finden über das Jahr verteilt Einsatzübungen statt. So auch am 23. Juli 2015 im Kindergarten Crawinkel. Mit der Alarmierung, die in den Abendstunden, außerhalb der Öffnungszeiten des Kindergartens, erfolgte, wurde die generelle Einsatzbereitschaft der Crawinkler Wehr überprüft. Es zeigte sich, dass - obwohl abends alarmiert - in der Feuerwehr Crawinkel personell nicht viele Einsatzkräfte verfügbar waren. Das Problem fehlender Einsatzkräfte betrifft leider die meisten Feuerwehren im ländlichen Raum. Bei einer tatsächlichen Alarmierung hätten hier schon im Vorfeld umfassend Nachbarfeuerwehren hinzugezogen werden müssen, wie das bereits gängige Praxis ist.

 

Am 6. August alarmierte die Rettungsleitstelle die Feuerwehr Crawinkel wegen eines Motorradverkehrsunfalls im Jonastal, kurz vor dem Abzweig in Richtung Gossel. Hier war am helllichten Tag (vormittags kurz vor 9Uhr) ein Reh auf die Straße gesprungen und mit einem Motorrad kollidiert. Der Motorradfahrer wurde dabei schwer verletzt.  Durch den eingetroffenen Rettungsdienst  erfolgte die medizinische Versorgung an der Unfallstelle. Aufgrund seiner schweren Verletzungen wurde der Verunglückte mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Erfurt geflogen. Das Reh verstarb bei der Kollision und es wurde der zuständige Jagdpächter verständigt. Die Unfallstelle musste bis zum Eintreffen der Polizei und des Abschleppdienstes abgesichert werden.

 

Am Sonntag, dem 9. August 2015 wurde die Crawinkler Wehr erneut zu einem sehr schweren Motorradunfall gerufen. Auf der Straße Richtung Oberhof war ein Motorradfahrer von der Wegscheide kommend gestürzt und in einer Kurve wahrscheinlich auch gegen die Leitplanken geschleudert, sodass er schwerstverletzt auf der Straße zum Liegen kam. Der Rettungswagen war bei Ankunft der Crawinkler Feuerwehr bereits eingetroffen, sodass gleich einige Feuerwehrleute die beiden Rettungsassistenten unterstützten. Zufällig war bei diesem Unfall eine Ärztin (die leitende Notärztin des Rettungshubschraubers aus Suhl) vor Ort, welche im nachfolgenden Verkehr gestanden hatte und somit frühzeitig notärztliche Maßnahmen ergreifen konnte. Der zum Unfall alarmierte Notarzt aus Gotha war nämlich noch auf der Anfahrt. Die schweren Verletzungen machten zudem einen Rettungshubschrauber erforderlich. Da der in Suhl stationierte Hubschrauber bereits im Einsatz war, musste der Hubschrauber aus Jena angefordert werden. Zwischenzeitlich trafen das Notarzteinsatzfahrzeug und die Polizei an der Unfallstelle ein. Nach der Landung des Rettungshubschraubers waren schließlich 3 Notärzte und 4 Rettungsassistenten mit der medizinischen Versorgung des Motorradfahrers beschäftigt. Er wurde ins Jenaer Krankenhaus geflogen, wo er allerdings seinen schweren Verletzungen erlag. Aufgrund der Schwere des Unfalls kam noch zusätzliche Polizei vor Ort, welche die Unfallaufnahme durchführte. Bis zum Eintreffen des Abschleppdienstes und dem Beräumen der Straße war die Strecke dabei voll gesperrt.

 

Wenige Tage später - am 12. August - musste die Crawinkler Wehr zum nächsten Verkehrsunfall auf der B88 zwischen Crawinkel und Ohrdruf ausrücken. Hier war ein PKW verunglückt und im Straßengraben bzw. Wald gelandet. Die Insassen (Fahrerin mit Kleinkind) wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Am PKW entstand Totalschaden.

 

Auffahrunfall zwischen drei PKW am 27. August 2015/ Bild: Julien Schambach
Auffahrunfall zwischen drei PKW am 27. August 2015/ Bild: Julien Schambach

Wieder auf dieser Strecke, kurz vor Crawinkel, kam es am 27. August zu einem Auffahrunfall zwischen drei PKWs. Am letzten PKW entstand dabei großer Sachschaden, sodass bis zum Eintreffen des Abschleppdienstes die Unfallstelle abgesichert werden musste. Die Straße musste zudem großflächig mit Ölbindemittel abgestreut werden, da Betriebsstoffe ausgelaufen waren. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

 

Angesichts der vielen schweren Verkehrsunfälle, zu denen die Mitglieder der Einsatzabteilung der Crawinkler Feuerwehr immer wieder gerufen werden, ist es manchmal auch gut, wenn es nur kleinere Dinge sind, bei denen die Feuerwehr anpacken und helfen muss. So geschehen am 14. September 2015, als in der kleinen Bahnhofstraße ein Telefonmast umgefallen war. Ein Einsatz, der schnell erledigt werden konnte.

 

Gemeinsam mit der Wölfiser Feuerwehr wurde am Abend des 24. September eine Einsatzübung auf der Straße zwischen Wölfis und Crawinkel durchgeführt. Übungsszenario war hierbei ein verunglückter PKW mit einer eingeklemmten Person. Außerdem wurde dabei simuliert, dass der PKW zu brennen anfängt. Der Einsatzauftrag konnte zwar erledigt (die Person konnte gerettet) werden. Die Übung verlief jedoch nicht gerade zufriedenstellend. Sowohl in Einsatztaktik als auch in der Organisation der Führungsstrukturen mehrerer beteiligter Wehren gab es Mängel, die im Nachgang kritisch ausgewertet und diskutiert wurden.

 

Am Abend des 9. November kam es bei einem medizinischen Notfall in Crawinkel durch den Rettungsdienst zu einer Nachforderung des Rettungshubschraubers. Dabei wurde die Feuerwehr Crawinkel zur Absicherung der Hubschrauberlandung alarmiert. Außerdem wurde mit dem Crawinkler Kleineinsatzfahrzeug der Transport des Notarztes zum Unfallort durchgeführt. Aufgrund der einsetzten Dunkelheit musste der Hubschrauberlandeplatz ausgeleuchtet werden.

 

Ein umgestürzter Baum auf der Straße in Richtung der Wegscheide war am 19. November der Grund einer Alarmierung. Routiniert und zügig konnte die blockierte Straße wieder freigemacht werden.

 

Zusammen mit den Feuerwehren aus Ohrdruf, Wölfis und Gräfenhain wurde die Feuerwehr Crawinkel am 9. Dezember zu einem Brand beim örtlichen Süßwarenfabrikanten im Ohrdrufer Gewerbegebiet alarmiert. Noch während der Anfahrt der Crawinkler zum Einsatzort kam aber die Information des Einsatzleiters, dass die Kräfte und Mittel der Ohrdrufer Feuerwehr vor Ort ausreichen. Alle nachfolgenden Wehren konnten den Einsatz abbrechen.

 

Natürlich ist die Crawinkler Feuerwehr auch über Weihnachten in Einsatzbereitschaft. So gab es am Vormittag des 1. Weihnachtsfeiertags 2015 einen Einsatz in der Oststraße in Richtung Gosseler Straße. Hier war eine Ölspur zu beseitigen, die mit Ölbindemittel aufgenommen werden musste. Aber auch am 2. Weihnachtsfeiertag erfolgte eine Alarmierung. Gegen Abend wurde die Crawinkler Wehr angefordert, um dem Rettungsdienst und der Polizei bei der gewaltsamen Öffnung einer Tür aufgrund eines medizinischen Notfalls zu helfen. Allerdings meldete die Leitstelle kurz danach den Abbruch des Einsatzes, da das Problem durch die Polizei selbst gelöst worden war. Nach einem ereignisreichen Einsatzjahr 2015 waren die Mitglieder der Einsatzabteilung der Crawinkler Feuerwehr nicht böse diesmal nicht ausrücken zu müssen.

 

 

 

Julien Schambach

 

Pressewart

 


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