Ohratalbahn


23.11.2011

Busse sollen Ohratalbahn ersetzen

 

Arnstadt/Gotha. Die regionalen Busbetriebe des nördlichen Ilmkreises und aus Gotha haben sich bereits auf die Einstellung der Ohratal-Bahn nach dem 10. Dezember vorbereitet. Wie die Regionale Verkehrsgesellschaft Gotha (RVG) jetzt mitteilte, wird dazu eine Linie 861 von Gotha über Ohrdruf nach Crawinkel neu eingerichtet. Die Busse fahren im Taktverkehr alle ein bis zwei Stunden, im morgendlichen Berufsverkehr teilweise jede halbe Stunde. Den Brückenschlag in den Ilmkreis übernimmt dann die Regionalbus Arnstadt GmbH (TA berichtete), die ihre Linie 352 von Erfurt über Arnstadt nach Gräfenroda um mehrere Fahrten nach Crawinkel erweitert, wo das Umsteigen in die RVG-Busse möglich wird. Die RBA Arnstadt sichert auch weiter die Schülerbeförderung aus Gossel zur Regelschule Crawinkel und zur Grundschule Wölfis Gotha nach Gräfenroda wird trotz großer Proteste von Anwohnern und Kommunalpolitikern nach dem Fahrplanwechsel nicht mehr verkehren, das Land hatte sich wegen angeblich zu geringer Fahrgastzahlen geweigert, die Strecke weiter zu bestellen. Das wäre aber Voraussetzung für einen Weiterbetrieb gewesen. Die Ohratalbahn-Linie selbst steht nun zum Verkauf. Eine Gesellschaft in Gründung mit Bürgern der Region als Gesellschafter hat am Freitag ein Angebot zur Pachtung für fünf Jahre bei der DB Netz eingereicht. 23.11.11 / TA

 

Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Busse-sollen-Ohratalbahn-ersetzen-918546021

 


22.11.2011

Aus der Ohratalbahn wird schon bald ein Ohratalbus: Die Regionale Verkehrsgesellschaft (RVG) hat ein Konzept entwickelt, um nach dem Wegfall der Bahn ein gleichwertiges Verkehrsangebot im südlichen Landkreis Gotha zu gewährleisten.

Kreis Gotha. Die Deutsche Bahn stellt am 10. Dezember den Personenverkehr zwischen Gotha und Gräfenroda ein, nachdem der Freistaat Thüringen die Bedienung der Strecke wegen zu geringer Auslastung nicht mehr bestellt hat. Um den Einwohnern von Emleben, Petriroda, Georgenthal, Ohrdruf, Luisenthal und Crawinkel dennoch einen öffentlichen Nahverkehr zu bieten, richtet die RVG im Auftrag des Landkreises Gotha neue Buslinien ein und erweitert bestehende Verbindungen. "Im Vergleich zum jetzigen Busfahrplan werden wir zukünftig 50 Prozent mehr Leistung auf die Straßen bringen", sagt RVG-Geschäftsführer Markus Würtz.´ Der neue Fahrplan tritt am 11. Dezember in Kraft. Alle Pläne werden Anfang Dezember in einer Spezialausgabe des Omni-Magazins vorgestellt, die in allen Städten und Gemeinden des Südkreises verteilt wird. Laut Würtz soll sich die Neuorganisation der Buslinien nicht in den Ticketpreisen niederschlagen. Landrat Konrad Gießmann (CDU) bedauert, dass sämtliche Anstrengungen zum Erhalt der Bahnlinie letztlich nicht erfolgreich gewesen seien, auch weil der Kreis nun mehr Geld ausgeben müsse. Etwa zusätzliche 250 000 Fahrplankilometer pro Jahr werden nötig sein. "Dieser Fakt unterstreicht, dass es den viel gescholtenen Parallelverkehr zwischen Bus und Bahn nicht gab - ansonsten müssten jetzt nicht Ersatzlinien eingerichtet werden, um die Nachfrage aufzufangen", sagt Gießmann. Städte und Gemeinden werden künftig wie folgt angebunden: Die Regionallinien 851 (Gotha - Tambach-Dietharz - Schmalkalden) und 852 (Gotha - Georgenthal - Finsterbergen) verkehren über Emleben und Petriroda. Das Angebot auf der Linie 860 (Gotha - Ohrdruf- Oberhof) wird zeitlich angepasst. Neu eingerichtet hat die RVG die Linie 861 (Gotha - Ohrdruf - Crawinkel), die zugleich die Linie 860 ergänzt.

Gotha, so dass Reisende ohne größeren Zeitverlust umsteigen könnten, sagt RVG-Chef Würtz. Den Brückenschlag zum Ilm-Kreis richtet die Regionalbus Arnstadt GmbH ein, die ihre Linie 352 von Erfurt - Arnstadt - Gräfenroda um mehrere Fahrten nach Crawinkel erweitert, wo das Umsteigen in die RVG-Busse möglich wird. In Ohrdruf soll 2012 zudem die Haltestelle an der Trinitatiskirche zu einer großen Verkehrsdrehscheibe ausgebaut werden. Sechs Haltestellen und Busabstellflächen sollen entstehen. Die Investitionskosten betragen 250 000 Euro. Matthias Benkenstein / 22.11.11 / TLZ

 

Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Bahn-stellt-Personenverkehr-zwischen-Gotha-und-Graefenroda-ein-128334045


26.10.2011

Grünen-Sprecherin Henfling will Stopp von Straßenneubau

Die Thüringer Bündnisgrünen sprechen sich für einen radikalen Kurswechsel in der Verkehrspolitik Thüringens aus. Das Land soll Gelder für den Straßenbau und den Flughafen Erfurt streichen und in den öffentlichen Nahverkehr investieren.

Erfurt. Die Thüringer Grünen wollen sich für einen Ausbau statt für einen Abbau im Nahverkehr auf der Schiene einsetzen. Ab kommender Woche sammeln sie Unterschriften an den Bahnhöfen des Landes: Weniger Geld soll in den Straßenbau und den Erfurter Flughafen fließen, dafür mehr in den Nahverkehr mit Bahn und Bus. Anlass ist unter anderem die Abbestellung der Ohratalbahn zum Fahrplanwechsel im Dezember. "Thüringen braucht eine Verkehrswende hin zu einem umweltverträglichen und energieeffizienten Verkehrssystem", zitiert Landessprecherin Madeleine Henfling einen von breiter Basis getragenen Antrag, über den am 12. November in Gotha die Landesdelegiertenkonferenz abstimmt. Henfling kritisiert die Verkehrspolitik in Thüringen, die einseitig auf den Autoverkehr ausgerichtet sei. "Der Zustand der Hauptstraßen ist nicht so schlecht, wie immer behauptet wird", sagt sie und spricht sich gegen weitere Neubauprojekte - mit Ausnahme einer geringen Zahl an Ortsumgehungen - aus. "Bei steigenden Spritpreisen können sich immer weniger Menschen das Autofahren leisten. Zudem sinkt durch die demografische Entwicklung die Einwohnerzahl", begründet Henfling und fragt: "Wer soll auf den neuen Straßen fahren?" Stattdessen wollen die Bündnisgrünen stärker auf den öffentlichen Nahverkehr setzen. Statt Strecken wie die Ohratalbahn zwischen Gotha und Gräfenroda abzubestellen oder Haltepunkte in Ostthüringen wie Traun, Quittelsdorf oder Zschachenmühle zu schließen, müssten neue Angebote geschaffen werden. Ansonsten lade man den Bund geradezu ein, ab 2014 die Regionalisierungsmittel für den Thüringer Nahverkehr zu kürzen.

Die Grünen wollen sich laut Antrag für durchgebundene Regionalexpresslinien einsetzen, so beispielsweise von Braunschweig über Nordhausen und Erfurt nach Saalfeld und Lichtenfels. Oder von Suhl über Erfurt nach Jena und Gera. Sie plädieren für einen verstärkten Einsatz von Zügen, die sich unterwegs in verschiedene Zielrichtungen aufteilen, um so mehr Direktverbindungen zu ermöglichen. Bequemeres Reisen solle mehr Autofahrer auf die Schiene locken. Die Grünen sprechen sich auch für Neubauten aus, um bestehende Strecken zu verbinden. Als Beispiel nennt das Papier den Lückenschluss zwischen Kranichfeld und Stadtilm, um durchgängig von Weimar ins Schwarzatal und nach Saalfeld zu gelangen. Als oberste Forderung steht der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Schiene zwischen Weimar und Gera und weiter in Richtung Chemnitz, um die am besten genutzte Strecke des Landes mit besseren Angeboten bedienen zu können. "Bus und Bahn sollten nicht konkurrieren, sondern sich ergänzen", sagt Henfling. Der Bus müsse eine Zubringerfunktion übernehmen und nicht parallel zu Bahnstrecken verkehren. Aber auch Stadt- und Regionalbusse sollten nicht auf gleicher Strecke fahren. Die Grünen streben eine Entwirrung des Busnetzes auf dem Land an. Selbst in kleinen Dörfern sollte es regelmäßige Zustiegsmöglichkeiten geben, beispielsweise über Modelle des Rufbusses. Das Papier bringt Schnellbus-Langläufe ins Gespräch, etwa zwischen Sonneberg, Bad Lobenstein, Schleiz, Zeulenroda und Greiz. Oder von Suhl über Blankenhain nach Jena. Außerdem fordern die Grünen, dass auch nach Fertigstellung der ICE-Neubaustrecke von Halle über Erfurt das bisherige Fernverkehrsangebot bestehen bleibt. "Es wäre widersinnig eine Studentenstadt wie Jena oder eine Kulturstadt wie Weimar abzukoppeln", sagt Henfling. Um das umzusetzen, sei aber ein radikaler Kurswechsel vonnöten. Unterschriften Thüringer Bahnpendler sollen helfen, Verkehrsminister Christian Carius (CDU) davon zu überzeugen.

 

Quelle: Thüringer- Allgemeine


24.10.2011

Vorwürfe gegen Kreis Gotha wegen Ohratalbahn

Weil ein unabänderlicher Busfahrplan der Bahnstrecke zu sehr zusetzte, geht die Ohratalbahn nun wohl in das Schwarzbuch der schlimmsten Steuerverschwen-dungenein. Sie wird Ende des Jahres stillgelegt.

Gotha. "Nach den immensen Investitionen der Bahn und des Landes in die Bahnstrecke Gotha-Gräfenroda hätte der Landkreis mehr für den Erhalt dieser Strecke tun müssen. Stattdessen hat der Landrat kleinlich auf der Position beharrt, dass bei den durch den Kreis betriebenen Buslinien nichts geändert werden könne. Das war vermutlich der Todesstoß für die Ohratalbahn, weil die Fahrgäste nicht für Parallelbetrieb von Bus und Bahn ausreichen", so Stefan Schambach, stellvertretender Chef der Fraktion von SPD und Grünen im Kreistag. Noch heute zeige der Blick in die Fahrpläne, wie offenkundig die Buslinie Gotha-Oberhof in Konkurrenz zur Bahnstrecke Gotha-Ohrdruf stehe. Dass der Bus in Richtung Ohrdruf/ Oberhof oft nur ein paar Minuten vor oder nach der Bahn in die gleiche Richtung los fahre, falle auf.

Schambach verwies darauf, dass der Kreistag den Landrat noch vor der Sommerpause beauftragt habe, ein alternatives Verkehrskonzept für den südlichen Kreis Gotha vorzulegen. Nun aber will der Freistaat Thüringen die Bahnlinie bereits Ende dieses Jahres stilllegen. Damit schaffte es die Ohratalbahn in das Schwarzbuch der schlimmsten Steuerverschwendungen in Deutschland. Etwa 12 Millionen Euro sind verbaut worden, um die Linie zu sanieren.

 

Quelle: Thüringer- Allgemeine


20.10.2011

Ohratalbahn belegt Platz eins im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes

Steuerzahlerbund kritisiert Millionenverschwendung für eine Strecke der Ohrathalbahnzwischen Gotha und Gräfenroda, die zum Jahresende stillgelegt werden soll.

Gotha. Die Ohratalbahn hat es unter die Top 5 in Thüringen geschafft. Mehr noch, sie rangiert auf Platz eins. Der Haken an der Sache: Es ist der erste Platz im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. Wer es dorthinein schafft, wird als Steuerverschwender im gehobenen Segment gebrandmarkt. Da geht es allerdings nicht um ein paar Euro, sondern um Millionen, die verschleudert wurden. Die als Ohratalbahn bezeichnete Bahnstrecke zwischen Gotha und Gräfenroda war auf dem Abschnitt Crawinkel-Gräfenroda von 1998 bis 2002 gesperrt und wurde für zwölf Millionen Euro - diese Zahl kursiert im Thüringer Landtag - saniert. Dazu kamen 511.000 Euro aus dem so genannten ÖPNV-Investitionsprogrammes des Freistaates. 2005 flossen nochmals 195.000 Euro in den Neubau des maroden Haltepunktes Frankenhain. Damit noch nicht genug: der Bahnübergang an der B 88 wurde aufwendig saniert. Kosten unbekannt. Die Beförderungskosten auf der Ohratalbahn schlug für Thüringen 2011 mit 3,5 Millionen Euro zu Buche. Im vergangenen Jahr waren es gar 4,5 Millionen. Zuviel, befand man in Erfurt, und beschloss, die Beförderung auf der Ohratalbahn abzubestellen, da parallel zur Ertüchtigung der Strecke die Passagierzahlen sanken. 400 Fahrgäste sollen es zuletzt nur noch pro Tag gewesen sein. Im Ergebnis proklamierte das Land die Schließung der Strecke zum 31. Dezember dieses Jahres. Die Personenbeförderung sollen dann Busse übernehmen. Alle Proteste von Bündnisgrünen und einer Interessengemeinschaft halfen nicht.

Wenn die Strecke nun zum Jahresende geschlossen wird, war zum Leidwesen des Steuerzahlers die Millionen-Investitionen für die Katz. Befürworter der Strecke - etwa der stellvertretende SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Stefan Schambach - hatten zuletzt einen Betrieb der Strecke durch einen Alternativanbieter im Zusammenwirken mit den betroffenen Kommunen ins Spiel gebracht. Aus dem Schwarzbuch gibt es dennoch kein Entrinnen mehr.

Quelle: Thüringer Allgemeine


12.09.2011

Bündnisgrüne verweisen auf touristisches Potenzial der Ohratalbahnstrecke

"Mit der Ohratalbahn durchs Ohratal fahrn, von Gotha nach Gräfenroda", lautet der Refrain des Liedes, das Olaf Bessert am Samstag am Bahnhof Gräfenroda Ort zum Besten gab. Der Liedermacher war Teilnehmer einer Kundgebung und Wanderung, zu der die bündnisgrüne Landtagsfraktion und die Grünen aus den Kreisen Gotha und Ilmkreis eingeladen hatte.

Gräfenroda. Gültigkeit haben diese Zeilen nur noch bis zum Jahresende, wenn es nach dem Willen der Landesregierung geht. Dann soll kein Personenverkehr mehr auf der mit Millionenaufwand sanierten Trasse stattfinden. Und das, obwohl mit dem Gewerbegebiet Ohrdruf und seinen 3000 Arbeitskräften ein großes Nutzerpotenzial direkt an der Strecke liegt. Nur - einen Haltpunkt gibt es nicht. Und deshalb stimmten die Teilnehmer der Kundgebung der grünen Verkehrsexpertin Jennifer Schubert zu, die davon sprach, die geplante Stilllegung Ausdruck der Tatsache sei, dass das Land kein langfristiges Verkehrskonzept habe und der integrierte Taktfahrplan im Landesentwicklungsplan nur eine Worthülse darstelle. Steffen Fuchs (Grüne) und Stefan Schambach (SPD), beide stellvertretende Fraktionschefs im Gothaer Kreistag, wiesen aber auch auf die Verantwortung der Kreise hin. Die aktuelle Vertaktung zeige, dass niemand Interesse habe, die Strecke zu erhalten, machte Fuchs an der Tatsache fest, dass der Zug nach Gräfenroda in Gotha vier Minuten vor Ankunft eines Zuges aus Eisenach starte. "Die Landkreise haben die Situation mit provoziert, eine sinnvolle Ergänzung von Bus und Bahn fehlt", so Schambach. Dem stimmte Matthias Schlegel, Sprecher der Grünen im Ilmkreis, zu. Er kritisierte zudem, dass man hier "aus kurzsichtigen Gründen" den Beitritt zum Verkehrsverbund Mittelthüringen ablehne, die Konkurrenz zwischen Bus und Bahn verschärfe und so Ressourcen verschwende.

Hoffnung gibt es trotz der wohl im Moment unabwendbaren Streckenstilllegung noch. So brachte Stefan Schambach die Anregung ein, über alternative Anbieter nachzudenken, die - eventuell gemeinsam mit den Kommunen - den Bahnbetrieb aufrecht erhalten können. Dafür gebe es in Thüringen bereits mehrere Beispiele. Selbstverständlich müsse man dafür unbedingt weitere Haltepunkte einrichten, um die Attraktivität der Strecke zu erhöhen. Und mit ihrer Wanderung zur Lütsche im Anschluss an die Kundgebung zeigten die Grünen, dass die Verbindung auch touristisches Potenzial hat.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine


05.07.2011

5000 Unterschriften zum Erhalt der Ohratalbahn übergeben

Die Ohratalbahn, jene 135 Jahre alte Bahnstrecke von Gotha über Ohrdruf nach Crawinkel und Gräfenroda, ist noch immer in Gefahr, denn die Fahrkarteneinnahmen tragen wie auf vielen regionalen Strecken die Kosten nicht.

Gotha/Ohrdruf. Das Land Thüringen hat das Befahren der Strecke ab 2012 durch die geräumigen Triebwagen der Deutschen Bahn Regio nicht wieder bestellt. Doch mit deren Zügen steht und fällt der Erhalt der landschaftlich so reizvollen Bahnlinie. Deshalb übergaben Mitglieder der Interessengemeinschaft Ohratalbahn jetzt anlässlich eines Arbeitstreffens der Thüringer Landesregierung mit Bahnchef Grube in der Staatskanzlei dort an Vertreter des Verkehrsministeriums 5000 Unterschriften von Bürgern, die den Erhalt der Bahnlinie wünschen. Die Sammlung dieser Unterschriften hatte erst am 8. Mai während eines Bahnhofsfestes zum 135. Jubiläum in Ohrdruf begonnen. Was die Infrastruktur für die Region bedeutet, wurde dort in Diskussionsrunden deutlich. Ein vorgestelltes Konzept zur Steigerung der Fahrgastzahlen wurde mit übergeben. Es beinhaltet viele Idee wie beispielsweise die Streckennutzung durch Rad- und Wandertouristen, die Bundeswehr, Schülerverkehr, Abstimmung der Fahrzeiten mit Bus und Straßenbahn, Angebote für Berufspendler und Nachtschwärmer und die Vermeidung von Parallelangeboten der Busverkehrsunternehmen.

Das Protest-Plakat "Region Ohrdruf nicht abhängen, Bahnlinie erhalten!" hatten die Unterschriften-Überbringer auch auf dem Weg zur Staatskanzlei dabei. Sogenannte Regionalisierungsmittel des Bundes in Höhe von vier Millionen Euro fließen zurzeit in den Busverkehr, der deshalb weniger anderweitig aus dem Landeshaushalt gestützt werden muss, so Crawinkels Bürgermeister Onno Eckert (SPD). Rund vier Millionen Euro müsse das Land Thüringen jedoch auch an die Bahn für die Fortführung des Nahverkehrsangebotes Ohratalbahn zahlen. Sie einzusparen und damit den Landeshaushalt weiter zu sanieren, liege als kurzfristiger Vorteil also nahe. Langfristig verlöre jedoch die Region an Attraktivität, befürchten die Protestierenden.


30.06.2011

Unterschriftensammlung für den Erhalt der Ohratalbahn

Die Interessengemeinschaft zum Erhalt der Bahnlinie Gotha-Gräfenroda übergab 5000 Unterstützer-Unterschriften. Das Nahverkehrskonzept des Landkreises ist in Diskussion.

Gotha. Die Ohratalbahn, jene 135 Jahre alte Bahnstrecke von Gotha über Ohrdruf nach Crawinkel und Gräfenroda, ist noch immer in Gefahr, denn die Fahrkarteneinnahmen tragen wie auf vielen regionalen Strecken die Kosten nicht. Das Land Thüringen hat das Befahren der Strecke ab 2012 durch die geräumigen Triebwagen der Deutschen Bahn Regio nicht wieder bestellt. Doch mit deren Zügen steht und fällt der Erhalt der landschaftlich so reizvollen Bahnlinie. Deshalb übergaben Mitglieder der Interessengemeinschaft Ohratalbahn gestern anlässlich eines Arbeitstreffens der Thüringer Landesregierung mit Bahnchef Grube in der Staatskanzlei dort an Vertreter des Verkehrsministeriums 5000 Unterschriften von Bürgern, die den Erhalt der Bahnlinie wünschen. Die Sammlung dieser Unterschriften hatte erst am 8. Mai während eines Bahnhofsfestes zum 135. Jubiläum in Ohrdruf begonnen. Was die Infrastruktur für die Region bedeutet, wurde dort in Diskussionsrunden deutlich. Ein vorgestelltes Konzept zur Steigerung der Fahrgastzahlen wurde mit übergeben. Es beinhaltet viele Idee wie beispielsweise die Streckennutzung durch Rad- und Wandertouristen, die Bundeswehr, Schülerverkehr, Abstimmung der Fahrzeiten mit Bus und Straßenbahn, Angebote für Berufspendler und Nachtschwärmer und die Vermeidung von Parallelangeboten der Busverkehrsunternehmen.

Das Protest-Plakat "Region Ohrdruf nicht abhängen, Bahnlinie erhalten!" hatten die Unterschriften-Überbringer auch gestern auf dem Weg zur Staatskanzlei dabei. Sogenannte Regionalisierungsmittel des Bundes in Höhe von vier Millionen Euro fließen zurzeit in den Busverkehr, der deshalb weniger anderweitig aus dem Landeshaushalt gestützt werden muss, so Crawinkels Bürgermeister Onno Eckert (SPD). Rund vier Millionen Euro müsse das Land Thüringen jedoch auch an die Bahn für die Fortführung des Nahverkehrsangebotes Ohratalbahn zahlen. Sie einzusparen und damit den Landeshaushalt weiter zu sanieren, liege als kurzfristiger Vorteil also nahe. Langfristig verlöre jedoch die Region an Attraktivität, befürchten die Protestierenden.


10.05.2011

Rettung der Ohratalbahn im Blick

Die Interessengemeinschaft Ohratalbahn hatte für Sonntag kurzfristig ein Bahnhofsfest organisiert und sammelte Unterschriften zum Erhalt der Strecke. Dabei wurde auch ein Konzept zur Erhöhung der Fahrgastzahlen vorgestellt und diskutiert.

Ohrdruf. Hunderte Besucher aus der Region, aber auch Unterstützer aus Thüringen und sogar der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, der eine Rückreise bis nach Hamburg antreten musste, hatten sich am Sonntag auf und um den Bahnsteig 1 des Ohrdrufer Bahnhofs zum Bahnhofsfest eingefunden. Jetzt, da die Stilllegung der Eisenbahnverbindung von Gotha über Emleben und Petriroda nach Georgenthal, Ohrdruf, Luisenthal, Crawinkel, Frankenhain und Gräfenroda droht, scheint vielen stärker als je zuvor bewusst zu werden, welche Bedeutung Eisenbahn-Infrastruktur für eine Region hat. Vor 135 Jahren war es dem Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha wichtig, alle seine Amtsstädte mit der Eisenbahn erreichen zu können. Am 8. Mai 1876 wurde damals die Verbindung Gotha-Ohrdruf feierlich eröffnet. Das Jubiläum war Anlass für das Fest, in nur sechs Wochen organisiert von der Interessengemeinschaft Ohratalbahn, einem Netzwerk der Unterstützer dieser Linie, deren Neubestellung bei der Tochtergesellschaft "DB Region" der Deutschen Bahn durch das Land Thüringen seit dem Spätherbst 2010 in Frage steht. Seit dem gab es zahlreiche Protestaktionen, von denen auch diese Zeitung ausführlich berichtete. Eine Gemeinderatssitzung der Crawinkler im fahrenden Zug war nur eine davon. Bereits am 10. November übergaben Ohrdrufs Bürgermeisterin Marion Hopf (CDU) und der Ohrdrufer CDU-Stadtrat Thomas Kratsch in Erfurt an Christian Carius (CDU), den Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr ein Protestschreiben mit Argumenten für den Erhalt der Ohratalbahn. Sie waren damit die Boten der am Abend zuvor gegründeten Interessengemeinschaft Ohratalbahn. Ihr gehören Vertreter der Orte an, die über die Bahnlinie erreicht werden können und damit gut an Gotha angebunden sind.

Inzwischen hat die IG eine eigene Homepage und eine Unterschriftensammlung ist in vollem Gange. Zum Bahnhofsfest identifizierten sich viele mit dem Anliegen per Unterschrift, so dass man jetzt bereits mit rund 3000 Unterschriften rechnet. Auch Bündnis 90/Die Grünen und die Linkspartei hatten ihre Stände am Bahnsteig aufgebaut. Flankiert wurden sie von Gewerkschaftern, Vereinen und Verbänden. Doch die Aktivitäten der IG beschränken sich nicht auf den Protest. Neben einem historischen Vortrag, Tanzvorführungen und Angeboten für Kinder sowie Führerstandsmitfahrten auf einer Rangierlok, die von der IG Hirzbergbahn angeboten wurden, war es vor allem ein Presse- und Öffentlichkeitgespräch im Wartesaal des Ohrdrufer Bahnhofs, das Interesse fand. Hier erörterte Thomas Kratsch Anregungen zur Steigerung der Fahrgastzahlen, denn die sind der Kernpunkt des Problems. Das Bundesverkehrsministerium fordere 1000 Fahrgäste pro Tag, das Land Thüringen immerhin noch 700. Diese Zahl unterschreitet die Ohratalbahn, wobei ein Wegfall von Zügen am Morgen mit der letzten Fahrplanänderung das Problem verstärkte. Für neun Zielgruppen unter anderem von den Schülern über Bahn-, Rad- und Wandertouristen bis zu Forstwirtschaft und Bundeswehr hatte er dabei leicht umzusetzende wie aufwendiger zu realisierende Ideen bereit. Einen starken Impuls erhofft man sich vom Einheitsticket des Verkehrsverbundes Mittelthüringen.


09.04.2011

Kreistag will um die Ohratalbahhn kämpfen

 

Die Schienenverkehrsplanung für die Zukunft ist in vollem Gange und die Erhaltung der Ohratalbahn hart umkämpft. Foto: Thomas Ritter

 

Der Kreistag hat sich in seiner jüngsten Sitzung dazu bekannt, für den Erhalt der Bahnlinie Gotha-Gräfenroda zu kämpfen.

Gotha/Ohrdruf. Das Gremium folgte einstimmig einem Antrag der gemeinsamen Fraktion von SPD und Bündnis 90/Grünen. Im Kern geht es dabei um ein zweijähriges Moratorium also um ein Stillhalteabkommen. In dem Papier heißt es: "Der Kreistag fordert den Thüringer Verkehrsminister auf, die Entscheidung für ein Auslaufen . . . zum 31.12.2011 zu revidierten und eine unverzüglich eine Ausschreibung für eine Neubestellung . . . zu veranlassen." Der Landrat wird zudem beauftragt, "sich in Verhandlungen mit dem Thüringer Verkehrsminister für die Fortsetzung des Schienenpersonennahverkehrs . . . über das Jahr 2011 hinaus einzusetzen".

 

Bis Ende 2013, heißt es in dem Beschluss, soll "dem Kampf um einen Fortbestand der Bahnlinie . . . zumindest eine Chance eingeräumt" werden, um "eine signifikante Erhöhung der Fahrgastzahlen nachzuweisen". Der Kreistag spricht sich für die weitestgehende Einstellung des parallelen Busverkehrs entlang der Ohratalbahn aus. Stattdessen sollen unter Nutzung der Möglichkeiten des Verkehrsverbundes Mitelthüringen durch den Landkreis mit der Bahn abgestimmte ÖPNV-Verbindungen geschaffen und diese intensiv beworben werden. Der Landrat wurde beauftragt, das dazu Notwendige zu veranlassen. Bis Ende Juni soll der Landrat dem Kreistag außerdem ein Konzept vorlegen, inwieweit Schülerverkehre auf die Ohratalbahn verlagert werden können.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine


Kaum mehr Chancen für Ohratalbahn

 

In einem Gespräch vor Vertretern der Presse führte jetzt Dr. Marion Eich-Born, Staatssekretärin im Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, die Unmöglichkeit der Streckenerhaltung der Ohratalbahn vor. Sie befürwortete ausdrücklich das Engagement der Menschen, die sich für das Weiterbestehen der Bahnstrecke einsetzten. Unterschriften und Aktionen hin oder her, die Fahrgastzahlen sprächen eine andere, deutlichere Sprache.

Gotha. Waren es laut Statistik im Jahr 2006 noch 600 Fahrgäste pro Tag, nutzen heute nur 420 Bahnfahrer täglich die Strecke zwischen Gotha und Gräfenroda. Als Vorgabe für eine rentable Strecke seien 1000 Fahrgäste vorgegeben, davon sei man weit entfernt, sagte Hans-Jürgen Hummel, Referatsleiter Schienenverkehr/ÖPNV. Insgesamt würden jährlich vier Millionen Euro an Unterhalt und Betrieb für die Ohratal-Strecke ausgegeben, die Einnahmen stünden in keinem Verhältnis dazu. Alle Versuche, mehr Fahrgäste in die Züge zu bringen, hätten nicht gefruchtet. Man werde also an der Stilllegung bis Ende dieses Jahres festhalten, so Dr. Marion Eich-Born . "Wenn wir den Personenverkehr stilllegen, dann können Güterzüge trotzdem weiterfahren", sagte die Staatssekretärin weiter.

 

Für die Fahrgäste, die in Zukunft aus dem Einzugsgebiet der Ohratalbahn nach Gotha oder zurück wollen, würden mehr Busse eingesetzt, auch kreisübergreifend. Dazu habe bereits ein Gespräch mit den beiden Landräten Konrad Gießmann (Gotha) und Dr. Benno Kaufhold (Ilmkreis, beide CDU) stattgefunden.

 

Für die zusätzliche Anschaffung von Bussen oder Verlegung/Ausbau von Bushaltestellen würden dem Landkreis Gotha im nächsten Jahr zusätzlich 200 000 Euro zur Verfügung gestellt. Für die ebenfalls wenig ausgelastete Bahnstrecke Friedrichroda Fröttstädt gebe es bis 2016 keine Stilllegungspläne, so die Information aus dem Ministerium.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine


IG Ohratalbahn steht vor Stilllegung

 

2500 Unterschriften der Bürger und 300 Unterstützer bei Facebook in nur einer Woche verbucht die IG Ohratalbahn für den Erhalt der Bahnstrecke.

Ohrdruf. Dass der Verkehrsminister am vergangenen Freitag durch seine Staatssekretärin, Frau Dr. Eich-Born, erneut erklären ließ, ein Weiterbetrieb der Ohratalbahn komme nicht in Frage, "überrascht niemanden", erklärt Thomas Kratsch, Kopf der Initiative. Er spricht von "anhaltender Argumentationsarmut". "Nach wie vor macht man die Entscheidung an den Fahrgastzahlen fest. Bereits bei Bekanntwerden des Winterfahrplanes hat die IG Ohratalbahn auf dessen Auswirkungen für die Fahrgastzahlen hingewiesen. Weil der 5- und der 7-Uhr-Zug nach Gotha gestrichen wurden, können Schüler und Berufspendler mit der Bahn Schule und Arbeitsstelle nicht pünktlich erreichen. Außerdem wurde der letzte Zug von Gotha nach Ohrdruf so vorverlegt, dass ein Anschluss für Reisende aus dem Fernverkehr nicht mehr gegeben ist. Das dürften die 180 Menschen sein, die nach aktueller Zählung weniger fahren", so Kratsch.

 

Alle Versuche, die Fahrgastzahlen zu erhöhen, seien erfolglos geblieben, hieß es. "Ich frage mich, welche Maßnahmen das waren? Die Vorteile des neuen Verbundtarifs Mittelthüringen wurden unzureichend dargestellt. Viele wissen auch ein halbes Jahr nach dem Inkrafttreten nicht, dass jetzt das gleiche Ticket für Bus und Bahn sowie Stadtbusse und Strassenbahnen gilt. An den Automaten waren Tickets bis Mitte Januar nicht erhältlich. Kein Wunder, dass die Fahrgäste lieber mit dem Bus fahren." Auch dass der Güterverkehr künftig weiterhin möglich sei, zweifelt die IG Ohratalbahn an. Auf einer Strecke ohne Personenverkehr würde die Streckenwartung so heruntergefahren, dass auch der Güterverkehr nicht mehr möglich sei, was die Ansiedlung von Investoren in den Gewerbegebieten entlang der Ohratalbahnstrecke wesentlich schwieriger mache.

 

"Um den Wegfall der Ohratalbahn zu kompensieren, sollen mehr Busse angeschafft sowie Haltepunkte erneuert und verlegt werden - für 200 000 Euro. Das erstaunt, hätte man doch die Kosten für solche Investitionen eher im Millionen-Bereich angesiedelt. Oder soll der Landkreis Gotha die Differenz bezahlen? Woher soll der Landkreis, der seinen Haushalt 2011 erst mit Hilfe eines Kredites ausgleichen konnte, das Geld nehmen?", fragen die Engagierten.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine


23.03.2011

Quelle: Lokalreporter Gotha
Quelle: Lokalreporter Gotha

11.03.2011

Unterschriften für Erhalt der Ohratalbahn auf Ohrdrufer Markt gesammelt

"Geben Sie den Stift mal her. Selbstverständlich unterschreibe ich, auch für meinen Mann." Heidemarie Wagner setzt energisch ihre Adresse und ihr Autogramm auf die Liste, die Thomas Kratsch auf einem kleinen Tisch liegen hat. An einer Ecke des Marktplatzes hat er sich am Morgen postiert und mit einem Schild auf seine Mission aufmerksam gemacht.

Ohrdruf. Mittwoch ist Markttag in Ohrdruf, da drängt sich Stand an Stand vor dem Rathaus, kommen viele Bürger aus den Dörfern. Das ist eine gute Gelegenheit für die Interessengemeinschaft Ohratalbahn, Unterschriften zu sammeln. Thomas Kratsch, Inhaber eines Reisebüros und Stadtrat, engagiert sich sehr in dieser Bürgerinitiative. "Wichtig ist es, den zuständigen Stellen in Erfurt zu zeigen, dass die Bahnstrecke in der Region als wichtig gesehen wird und die Bürger die realitätsferne Entscheidung am Schreibtisch, sie Ende 2012 stillzulegen, nicht widerspruchslos akzeptieren", sagt er. 1200 Unterschriften für den Erhalt der Bahn hat er von den Ohrdrufern schon. Gesammelt wird noch bis zum 24. März. Listen liegen bis dahin auch an der Rathauspforte aus. Frau Wagner ist aus Prinzip für den Erhalt der 135 Jahre alten Bahnstrecke. Ohne Bahn würde Ohrdruf ein Stück weit abgehängt, findet sie. Es würde sie beruhigen, zu wissen, dass man als älterer Mensch, wenn das Autofahren nicht mehr geht, mit der Bahn mobil bleibt.

 

Die IG Ohratalbahn will unterstützt von den Bürgermeisters erreichen, dass sich der Verkehrsminister zu einem Gespräch vor Ort stellt.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine