Jahresrückblick 2011

Das Jahr 2011 war für Crawinkel ein sehr turbulentes Jahr. Bereits Ende des Jahres 2010 beschloss das Land den Personenverkehr auf der Strecke Gotha- Gräfenroda zu kürzen oder gar abzubestellen. Die ersten Proteste begannen. Am 15.11.2010 tagte der Gemeinderat Crawinkel im Zug Richtung Gotha. Es sollte ein Zeichen gegen die Schließung gesetzt werden. Und es sah gut aus! Zum selben Zeitpunkt gründete sich die Interessen-gemeinschaft „IG Ohratalbahn“. Mit Homepage und Facebookprofil wollte man Unterschriften und Stimmen sammeln. Und es sah gut aus! Bei Facebook fanden sich binnen weniger Tage 500 Freunde. Und auch die Homepage wurde angenommen.

 

Der Protest gegen die Schließung nahm also seinen Lauf. Immer wieder setzten sich die Stadt Ohrdruf und der Gemeinderat Crawinkel zusammen, um Lösungen zur Verbesserung der Fahrgastzahlen zu finden. Unterschriften wurden in den Orten an der Bahnlinie gesammelt.


Am 08. Mai 2011 wurde das 135 jährige Jubiläum der Verbindung Gotha- Ohrdruf gefeiert. Kurz darauf im Juli 2011, wurden 5.000 Unterschriften für den Erhalt in der Staatskanzlei Erfurt übergeben. Es gsb wieder Hoffnung für die Ohratalbahn!


Doch im September wendete sich das Blatt plötzlich. Die regionalen Busunternehmen bereiten sich bereits auf die Schließung vor. Auch das Land kritisierte mittlerweile die Millionenverschwendung an der Bahnlinie. Die Protestaktionen waren umsonst. Am 11.12.2011 fohr der letzte Zug auf der Strecke Gotha - Gräfenroda. Eine 135 Jahre alte Bahngeschichte war zu Ende.

Doch das war nicht alles. Auch der Crawinkler Regelschule ging es im Jahre 2011 wieder an den Kragen. Schon einmal stand die Regelschule „Am Kienberg“ vor dem Aus. Doch Protestaktionen der Schüler, Eltern, Lehrer und Einwohner hatten damals schlimmeres verhindert.
Im Februar 2011 kam erneut die schlechte Nachricht! Die Schulstandorte Molschleben und Crawinkel sollten geschlossen werden. Schnell wurde gehandelt und eine Protestaktion der Crawinkler Schüler gestartet. Plakate wurden an der Fassade der Regelschule aufgehängt. An den Ortseingängen wurden Strohballen von der Agrar Crawinkel aufgestellt und ebenfalls mit Plakaten versehen. Im März 2011 setzten sich Gewerbetreibende von Crawinkel zusammen und entwarfen ein Plakat mit dem Motto: „Hallo die Schule brennt. Nicht mit uns!“. Im ganzen Ort sollten diese zu sehen sein. Der „Ruf“ des Ortes wurde erhört. Im Juni 2011 dann die erlösende Nachricht. "Die Schulstandorte Molschleben und Crawinkel bleiben erhalten!" Ein großer Erfolg für den Ort.

Das soll es noch nicht gewesen sein. Kurz vor Ende des Jahres gab es neuen Ärger um den Erhalt der Jonastalstraße. Trotz Beschluss im März 2010, dass der Erhalt der Straße dauerhaft gesichert sein sollte, wollte man nun doch die Verbindung schließen. Wieder machten sich Proteste breit. Die umliegenden Orte Gossel, Espenfeld und Crawinkel sind strickt gegen den Plan des Landes. Doch die Aufregung war scheinbar umsonst. Ende November 2011 wurde beschlossen, dass es für PKW´s weiter offen bleibt. Allerdings mit gewissen Einschränkungen. Am Ortsausgang Arnstadt und in Höhe Espenfeld wurden ca. 3 m hohe Schilder im Abstand von 2 m aufgestellt.

 

MW/ Januar 2012


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Kommentare: 2
  • #1

    J.Möller (Donnerstag, 19 Januar 2012 19:28)

    Richtig tolle Bilder von Wagner ich finde eure Seite sehr fein ich werde die Ohratalbahn auch sehr vermissen wir vom Verein planen im November 2012 eine Sonderfahrt von Gotha nach Gräfenroda es muss noch das einverständnis kommen von den anliegenden Gemeinden vielen Dank noch mal für die super Bilder

  • #2

    A.Gencer (Dienstag, 13 März 2012 10:01)

    Sehr traurig, dass erst so viele Investitionen geflossen sind um den Anwohnern eine bessere Anbindung und den Besuchern,Gästen und Urlaubern Anreise- und Abreisemöglichkeiten zu erhalten. Nun sind wir alle wieder dem Wohl und Wehe anderer ausgeliefert.
    Und die Busanbindung mit einzigem Abfahrtsort Schule ist ja wohl auch einem Ortsunkundigem eingefallen! Wer denkt schon an die Älteren aus dem unteren Ortsbereich!?